Auftrag: Plakatjäger
Wie findet man hunderte von finnischen Reiseplakaten? Magnus London weiß, wie es geht, er hat mit Hilfe des Computers auf der ganzen Welt Plakate gefunden.
Die Leidenschaft für finnische Reiseplakate erfasste den Journalisten und Schriftsteller Magnus Londen vor sechs Jahren.
"Wie so vieles im Leben entstand das Come-to-Finland-Projekt durch einen Zufall. Als Helsinki im Jahr 2000 europäische Kulturhauptstadt war, sah ich ganz wunderbare Plakate und spielte mit dem Gedanken, Neudrucke zu machen. Als ich mich weiter ins Thema vertiefte, wurde mir klar, dass nur ein hochwertiges Buch diesem Kulturschatz gerecht werden kann", sagt Londen.
Finnischer Stolz
Magnus Londen stellt schlicht und einfach fest, dass ein Projekt dieses Umfangs ohne das Internet undenkbar wäre.
"Der Gedanke, um die Welt zu reisen und Material zu sammeln, ist vielleicht verlockend, aber er bleibt leider ein Wunschtraum. Mit Hilfe von E-Mail und dem Internet kann man auch mit einem bescheidenen Budget Material finden und Kontakt zu Sammlern aufnehmen.
Es war eine zeitraubende Arbeit, aber Londen meint, sie war es wert. Schließlich handelt es sich um einen finnischen Kulturschatz.
"Wenn man die alten finnischen Reiseplakate mit ausländischen Plakaten vergleicht, wird die Leidenschaft der Finnen für grafisches Design deutlich", sagt er und fährt fort:
"Jedes Plakat ist die künstlerische Umsetzung eines Ortes, einer Jahreszeit oder eines Themas in Finnland. Die Künstler haben lange über ihre Aufgabe nachgedacht, er oder sie haben unterschiedliche Perspektiven eingenommen, Stärken und Schwächen der Lockrufe des Landes im Norden abgewogen. Konkreter lässt sich Leidenschaft nicht ausdrücken!"
"Und das hat wiederum dazu geführt, dass wir uns für Künstler und ihre Werke begeistert haben, die weder wir noch die Öffentlichkeit kannten."
"Wenn ich die eleganten und trendigen Sonnenanbeter im Hanko der 1930er Jahre sehe, unserer Riviera, dann wünsche ich mir sehnlichst eine Zeitmachine", sagt Londen und lacht.
Von Washington nach Trondheim
Die 1930er und die 1950er Jahre waren produktive Zeiten für Reiseplakate. Aber die Zeit verging und die Bedeutung von Plakaten nahm ab. Wie so vieles andere "Unmoderne" landeten die Plakate in Archiven, Kellern und bei einzelnen Sammlern und Museen. Leider war auch der Papierkorb ein häufiges Archiv. Interessanterweise fanden sich die finnischen Reiseplakate nicht nur in Finnland, sondern zu großen Teilen im Ausland. Die Projektgruppe fand ihr Material in Museen, Archiven und bei Sammlern auf der ganzen Welt.
"Wir waren so naiv und glaubten, die meisten Plakate wären ordentlich und sauber irgendwo archiviert, zum Beispiel im Nationalarchiv in Hesinki, aber so war es nicht. Einige haben wir dort gefunden, aber die richtigen Goldschätze habe wir an ganz unerwarteten Stellen gehoben", erklärt Londen und fährt fort:
"Zum Beispiel in der National Library of Congress in Washington haben wir einige Raritäten gefunden, Plakate, die man in Finnland jahrzentelang nicht gesehen hatte. Ein Sammler in San Francisco hatte ebenfalls welche, und in Trondheim in Norwegen fanden wir einen wirklichen Finnlandfreund mit einer imponierenden Sammlung."
Die deutsche Ausgabe haben wir die Plakatjagd fortgesetzt.
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